unchained, uncaged... only in virtuality
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V.

"Solitude,
only you, only true."
-Evanescence
 

Ich sitze alleine in einem Café, schreibe, lese... Und ich fühle mich gut. Ich bin zufrieden, vielleicht sogar glücklich?

Ich kann und darf mich einfach nicht länger beschweren. Zu viele schöne Dinge umgeben mich.

Im Moment sind das unzählige Bücher, CD'S, altmodische Second-Hand Möbel und schallendes Gelächter. Ich wusste nicht, wie schön "Einsamkeit" sein kann. Obwohl, einsam bin ich ja nicht. Nur eben momentan alleine. Und es ist vollkommen in Ordnung. Ich muss mich nicht verzweifelt an Leute klammern, ich komme auch gut alleine mit mir selbst zurecht.

In diesem Augenblick zumindest. Gegessen habe ich kaum, dafür aber umso mehr Kaffee getrunken. Vielleicht kommen daher die Glücksgefühle. Das High-Gefühl des Hungers und das High-Gefühls des Coffeins ergeben wohl ein ähnliches Gefühl wie Glück. =)

21.10.10 21:29


IV.

"I just want what everybody wants - everything."

Ich habe Angst... Seit gestern unaufhörlich.
Ich habe Angst, weil mir klargeworden ist in welche Richtung ich mich bewege. Unweigerlich.

Ich werde vollkommen außer Kontrolle geraten. Die Essstörung wird die Oberhand gewinnen. Diesen Kampf kann ich nur verlieren. Außerdem habe ich sowieso keinen Antrieb zu kämpfen. Wieso das einzige, das mir bleibt anfechten? Wieso das einzige, was mich noch ausmacht auslöschen?

Ja, es ist traurig, dass ich mich nur über meine Essstörung definiere. Aber mehr habe ich nunmal nicht.

Ich weiß, dass ich nicht dick bin. Ich weiß, ich bin dünn. Dünn, aber nicht dünn genug. Was mache ich mir vor? Es ging nie um meine Figur, um mein Aussehen. Es tut einfach weniger weh sich mit dem Äußeren zu beschäfitgen, als mit dem Inneren. DEM, was wirklich in mir vorgeht. Ich will es gar nicht wissen.

Vielleicht ist es nur meine gegenwärtige Stimmung, aber ich habe das unbestimmte Gefühl auf den Tod zuzusteuern. Den geistigen, den emotionalen Tod. Dabei bin ich in letzter Zeit erstaunlich gut gelaunt. Vielleicht werde ich langsam realistischer. Vielleicht kann mich die Utopie der Essstörung nicht mehr täuschen. Aber vielleicht, vielleicht fange ich an, den Verstand zu verlieren. Ganz langsam. Und schmerzvoll.

19.10.10 14:50


III.

 Einfach weiterlächeln.



Eine Maschine. Das ist ALLES, was ich bin. Immer das Richtige sagend, immer das Richtige tuend. Musterschülerin, Mustertochter… Muster.
Nur ein Muster, ein Schema. Wie man eben sein sollte, wie es in den Büchern steht.
Freundlich, nett, zuvorkommend. Lachen im richtigen Moment, weinen im anderen.

Von falschem Lachen bekomme ich Kopfschmerzen. Von falschem Weinen wird mir schlecht. Konstante Migräne und Übelkeit. Einfach weiterlächeln.

Wie ein Roboter, dem man beigebracht hat menschliche Gefühle zu zeigen. Zu zeigen, aber nicht zu empfinden. Hauptsache meine Mutter kann stolz von mir schwärmen, während ich mich selbst nur noch anekle. Die echten Tränen kommen nachts, unbemerkt. Einfach weiterlächeln.

Anstatt die Meinung anderer zu verleugnen, verleugne ich mich. Anstatt andere mit Ehrlichkeit zu verletzen, verletze ich mich.
Schneide tief in mein eigenes Fleisch. Beobachte lächelnd wie das Blut an meinen milchig-weißen Armen hinunterläuft. Keine Kopfschmerzen.

Wirf die Münze ein, drück den Knopf. Ich reagiere wie gewünscht.
Manchmal, manchmal wünsche ich die Freiheit des Todes. Schmerzfrei lachend und weinend im selben Augenblick, sehne ich ihn herbei. Im nächsten Moment wieder bei einem Familienfest, einer Party, in der Schule, heuchlerisch lächelnd. Viel zu geübt, um einen Unterschied erkennen zu lassen. Diese verdammten Kopfschmerzen!

„Lächelst du, bist du fröhlich, so wirst du geliebt.“

Meine Hülle, sie wird geliebt. Angehimmelt, bewundert. Meine Hülle ist ein Vorbild, denn sie wurde nach einem Vorbild geformt.
Das selbstzerstörerische, ketzerische, egozentrische, narzisstische Ich. Würde es geliebt werden? Von IRGENDJEMANDEM?

Nächster Moment. Begräbnis einer Großtante. Leise weinend beteuere ich, wie gerne ich sie doch gekannt hätte, werde in den Arm genommen. Plötzlich wird mir schlecht. Für meine wahre Emotion – LANGEWEILE – würde ich höchstens angewiderte Blicke empfangen.

Ich verabscheue jegliche Art von Feiertagen. Welche es auch immer sein mögen, eines haben sie immer gemeinsam: falsches Lachen, falsche Zuneigung, zwanghaftes Beschenken.
Ich möchte schreien. Alle anschreien, sie sollen endlich aufhören. Diesen harmoniesüchtigen Puppen der Gesellschaft ins Gesicht spucken. Das sind die schlimmsten Tage. Und doch, freundlich plaudere ich, verschenke, werde beschenkt. Erwartungsvoll auspacken, erstauntes und überglückliches Gesicht beim Anblick des Geschenkes. Egal, was es ist.

Doch heute…heute werde ich alles beenden. Meine Familie ist nicht zu Hause, die Wohnung leer. Freudigen Erwartens gehe ich langsam auf die Eingangstür zu. Male mir aus, wie ich gefunden werde. Ein blasser, lebloser Leib. Umhüllt von einem dunkelblauen Chiffon-Kleid. Mit Wasser durchtränkt. Ein wunderschöner Tod. Heute ist mein Geburtstag und er wird auch mein Todestag werden. Briefe werde ich nicht zurücklassen. Sie würden es ohnehin nicht verstehen.

Endlich schließe ich auf, trete ein und atme erst mal tief durch. Gerade will ich meine Jacke ablegen, da höre ich ein lautes:

„ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG!“

Alle sind gekommen, Familie, „Freunde“, Bekannte.
Morgen, verspreche ich mir leise. Morgen.
 

Einfach weiterlächeln.

18.10.10 20:04


II.

"Don't ever let them see you cheat,
Don't ever let them see you bleed"
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Resumeé des letzten Tages: Es macht keinen Spaß scharfes Curry zu erbrechen.
___________________________ 

Ich habe beschlossen nicht mehr zu schlafen. Also, nicht gar nicht mehr zu schlafen, aber die Zeit zu kürzen, in der ich träumend meine Zeit vergeude.
Meine Träume sind ohnehin schon lange nicht mehr träumenswert. Nur noch in Metaphern gekleidete Ängste, schmerzhafte Erinnerung an meine Sehnsüchte.

Ich werde überleben... nur von Kunst und Kaffee. Von dem einzigen, was mir Antrieb gibt.
Ich werde eine Künstlerin sein. Schauspielerin, vielleicht Musikerin. Nebenbei Psychologie studieren und einfach nur LEBEN.
Das alles in London, weit weg von meiner Heimatstadt, mit der mich sowieso kaum etwas verbindet.

Dort werde ich mich neu erfinden. Niemand der mich kennt, oder besser gesagt, glaubt mich zu kennen.

Hoffnungsvoll schaue ich in die Zukunft...

18.10.10 02:09


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